Es begann mit einer Schweigeminute in der Regensburger Dreieinigkeitskirche, und mit dem anschließenden, seltsamen Gefühl, das lange vorbereitete Konzert ausgerechnet eines Requiems zu hören, ausgerechnet an diesem 14. November 2015.
Die Anschläge auf die Menschlichkeit in Paris am Abend des 13. November schreien nach einer angemessenen Reaktion.
Es hinterher besser gewusst zu haben ist in diesem Sinne unangemessen. Wenn – ich entwerfe ein Szenario – in diesen
Stunden ein Anschlag auf ein Ziel in Deutschland vorbereitet wird, kann man dieses Attentat nicht durch einen Vortrag
darüber verhindern, was in der Vergangenheit alles falsch gemacht wurde, mag dieser Vortrag inhaltlich auch noch so
richtig sein. Viele werden es nicht gern hören, und ich sage es auch nicht gern. Aber um solch einen Anschlag zu
verhindern, bedarf es sicherheitspolitischer Maßnahmen. Kommunikation muss überwacht werden; es müssen verstärkt
Kontrollen von Personen, Fahrzeugen und Gepäck durchgeführt werden.
Aufgaben, denen die deutschen Sicherheitsbehörden mit ihrem Stand an Personal und Ausrüstung nicht im
notwendigen Umfang nachkommen können.
Es muss aber auch deutlich gesagt werden: Die Bedrohung durch Terror und die momentane Flüchtlingssituation
sind zwei voneinander unabhängige Phänomene. Sie in einen Zusammenhang zu setzen ist unerantwortlich, ist
vorsätzliche geistige Brandstiftung. Hans-Georg Maaßen, der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz,
äußert sich eindeutig, dahingehend, dass „keine Terroristen unter den Flüchtlingen“ seien. (Quelle: n-tv) Der
Nachrichtensender n-tv lässt einen Islamwissenschaftler zu Wort kommen, der den Unterschied zwischen den
Situationen in Frankreich und Deutschland darin sieht, dass in Frankreich sehr viele Menschen muslimischen
Glaubens „an den Rand der Gesellschaft gedrängt“ seien. Repressive Maßnahmen sind ein kurzfristig notwendiges Übel.
Langfristig wirksamen Schutz vor terroristischen Attacken bietet vor allem eines: Integration.
Ein paar Worte zum Foto.
Dieses Bild einer Gruppe französicher Polizistinnen und Polizisten wurde über das Nachrichtenportal von GMX verbreitet. Es
ist Teil der journalistischen Sorgfaltspflicht, die Persönlichkeitsrechte Unbeteiligter zu schützen. Dennoch musste ich
in diesem Fall die Anonymisierung der Gesichter und des Kennzeichens am Einsatzfahrzeug selbt vornehmen. Ein an sich
vermeidbarer Fehler der GMXler.
Und dennoch ... konnte ich es in diesem Fall zu einem gewissen Grad nachvollziehen.
Das Originalfoto zeigt Menschen, denen die Angst buchstäblich ins Gesicht geschrieben steht. Die Angst vor Straftätern, die
vor nichts zurückschrecken, und denen mit herkömmlichen Maßnahmen auch nicht beizukommen ist, da sie in ihrem fanatischen
Wunsch nach Töten auch keinen Respekt vor dem eigenen Leben haben.
Davor Angst zu haben, ist menschlich.
Darum nutze ich nochmals und wie so oft die Gelegenheit, darauf hinzuweisen: Auch wenn Ihr euch in den nächsten Tagen und Monaten
verstärkt staatlichen Repressionsmaßnahmen gegenüber seht, vergesst nicht, in diesen Uniformen stecken Menschen wie Du und ich.